UNICEF Schweiz hilft in Bolivien
4. Juni 2010Obwohl schon seit 1825 unabhängig, hat Bolivien bis heute mit seiner kolonialen Vergangenheit zu kämpfen. Die meisten Menschen bewohnen in Bolivien das Hochland in Mitten der Anden. Doch dort besuchen bei Weitem noch nicht alle Kinder eine Schule oder können sauberes Wasser trinken. UNICEF Schweiz hilft deshalb dort: in jedem Ort soll es bald ein Kinderhaus, Mütter-Beratung und Bildung für die Eltern geben. Im Jahr 2010 soll 400.000 Franken in Bolivien investiert werden.
Nach wie vor ist Bolivien das wirtschaftlich schwächste Land in Südamerika, auch wenn schon viel aufgeholt wurde. Zwei Drittel der Bevölkerung leben weiterhin in Armut. Auf dem Land haben lediglich 22 Prozent Zugang zu Latrinen und 69 Prozent Zugang zu sauberem Wasser. Immerhin hat der Andenstaat in den vergangenen 20 Jahren viel für eine bessere Situation seiner Kinder getan. Die Kindersterblichkeitsrate ist um mehr als die Hälfte gesunken, inzwischen wird jedes dritte Kind in Bolivien bei der Geburt registriert und 78 Prozent absolvieren die Primarschule, im bolivianischen Hochland jedoch weniger. Gerade unter den Bauern ist Analphabetismus immer noch weit verbreitet.
Die UNICEF Schweiz ist beim Bau von Wawa Wasis engagiert. Das sind Kinderhäuser, wo Kinder fünf Tage in der Woche betreut werden und das jeweils bis zu 8 Stunden. Dazu gehört auch eine ausreichende Verpflegung mit drei Mahlzeiten am Tag und eine umfangreiche medizinische Versorgung inklusive wichtiger Impfungen. Die Kinderhäusern sorgen darüber hinaus dafür, dass Kinder aus indigenen Familien zweisprachig auswachsen. Denn die Muttersprache vieler Bolivianer ist Quechua oder Aymara, nicht Spanisch. So wird auch später für einen guten Schulabschluss gesorgt.
Ein weiteres Projekt von UNICEF Schweiz heißt Kala Wawa. Auf deutsch etwa “Lernen mit der Familie”, ein Bildungsprojekt für Erwachsene. Besonders Frauen lernen hier das Lesen und Schreiben, dazu gibt es Kurse zu Ernährung, Gesundheit und allgemeinen Erziehungsfragen. Über Mehr als 80 Prozent der bolivianischen Mütter nehmen hier teil. Außerdem fördert UNICEF Schweiz weiterhin den Bau neuer Latrinen und Quellfassungen.